Wohnungen ohne Kaution: So finden sich Mietwohnungen ohne Mietkaution in Deutschland

Eine neue Wohnung zu mieten kann mit hohen Anfangskosten verbunden sein. Neben der ersten Monatsmiete können Umzugskosten, Nebenkosten, Möbel und eine Mietkaution anfallen. Für viele Wohnungssuchende stellt gerade die Kaution eine zusätzliche finanzielle Belastung dar. Wohnungen ohne Kaution können deshalb besonders interessant sein. Solche Angebote sind jedoch nicht überall üblich.

Was bedeutet „Wohnungen ohne Kaution“?

Bei einer Wohnung ohne Kaution wird beim Abschluss des Mietverhältnisses keine klassische Mietkaution als Geldbetrag verlangt.

Normalerweise dient eine Kaution dem Vermieter als Sicherheit, beispielsweise bei offenen Mietforderungen oder Schäden, die nach Ende des Mietverhältnisses zu ersetzen sind.

Bei einer Wohnung ohne Kaution entfällt diese einmalige Sicherheitszahlung. Dadurch kann sich der Betrag reduzieren, der beim Einzug benötigt wird.

Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass eine solche Wohnung günstiger ist. Die monatliche Miete, Nebenkosten, Heizkosten, Strom, mögliche Gebühren und weitere Ausgaben bleiben bestehen.

Warum bieten manche Vermieter Wohnungen ohne Kaution an?

Es gibt verschiedene Gründe, weshalb ein Vermieter auf eine Kaution verzichten kann.

Bei privaten Vermietern kann eine Wohnung beispielsweise ohne Kaution angeboten werden, wenn ein langfristiges Mietverhältnis angestrebt wird oder der Vermieter die finanzielle Situation des Mieters als ausreichend einschätzt.

Auch bestimmte Wohnformen oder besondere Mietmodelle können eigene Regelungen zur Sicherheitsleistung haben.

Bei Sozialwohnungen und bestimmten öffentlich geförderten Wohnformen gelten teilweise besondere gesetzliche Vorschriften. Deshalb sollte die konkrete Vertragsart immer geprüft werden.

Wohnungen ohne Mietkaution für Menschen mit kleinem Budget

Eine Wohnung ohne Kaution kann besonders für Haushalte interessant sein, die nur über begrenzte finanzielle Rücklagen verfügen.

Beim Einzug können mehrere Ausgaben gleichzeitig entstehen:

  • Erste Monatsmiete
  • Umzugskosten
  • Möbel
  • Haushaltsgeräte
  • Strom
  • Internet
  • Renovierung
  • Transport
  • eventuell Maklerkosten
  • eventuell Mietkaution

Wenn die Kaution entfällt, kann ein größerer Betrag für andere notwendige Ausgaben zur Verfügung bleiben.

Dennoch sollte nicht allein die fehlende Kaution als Entscheidungskriterium verwendet werden. Die monatliche Gesamtbelastung ist mindestens genauso wichtig.

Wie hoch darf eine Mietkaution sein?

Nach § 551 BGB darf eine vereinbarte Mietkaution bei Wohnraum grundsätzlich höchstens drei Nettokaltmieten betragen. Betriebskosten werden bei dieser Berechnung nicht berücksichtigt.

Beispiel:

Bei einer Nettokaltmiete von 700 Euro könnte eine vereinbarte Barkaution höchstens 2.100 Euro betragen.

Bei 900 Euro Nettokaltmiete wären höchstens 2.700 Euro möglich.

Wichtig ist, dass diese Grenze nicht bedeutet, dass jeder Vermieter eine Kaution in dieser Höhe verlangen darf oder muss. Ein Mietvertrag kann auch eine niedrigere Kaution oder überhaupt keine Kaution vorsehen.

Kann die Mietkaution in Raten bezahlt werden?

Wer eine Wohnung gefunden hat, bei der eine Kaution verlangt wird, muss den gesamten Betrag nicht zwingend am ersten Tag vollständig bezahlen.

Bei einer Geldkaution sieht § 551 BGB grundsätzlich eine Zahlung in drei gleichen monatlichen Teilbeträgen vor. Die erste Teilzahlung ist zu Beginn des Mietverhältnisses fällig; die weiteren Teilzahlungen werden zusammen mit den folgenden Mietzahlungen fällig.

Das kann eine Alternative zu einer Wohnung ohne Kaution sein, wenn passende Mietangebote ohne Sicherheitsleistung schwer zu finden sind.

Welche Arten von Wohnungen können ohne Kaution angeboten werden?

Wohnungen ohne Kaution können in unterschiedlichen Bereichen vorkommen.

Private Mietwohnungen

Private Vermieter können selbst entscheiden, ob eine Kaution verlangt wird, soweit die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden.

Bei einem Angebot ohne Kaution sollte trotzdem ein regulärer schriftlicher Mietvertrag vorliegen.

Wohnungen von Wohnungsunternehmen

Wohnungsunternehmen können unterschiedliche Modelle für Sicherheitsleistungen verwenden.

Bei manchen Angeboten kann eine klassische Barkaution verlangt werden, während andere Wohnungen mit alternativen Sicherheiten oder besonderen Vertragsbedingungen angeboten werden.

Sozialwohnungen

Sozial gebundene Wohnungen richten sich an Haushalte, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Je nach Wohnform und örtlichen Regelungen können besondere Bedingungen gelten. Ein Wohnberechtigungsschein kann erforderlich sein.

Genossenschaftswohnungen

Bei einer Genossenschaftswohnung kann anstelle einer klassischen Mietkaution die Zahlung von Genossenschaftsanteilen vorgesehen sein.

Das ist nicht dasselbe wie eine Wohnung ohne finanzielle Sicherheitsleistung. Vor Vertragsabschluss sollte deshalb genau geprüft werden, welche Zahlung tatsächlich erforderlich ist.

Möblierte Wohnungen

Bei möblierten Wohnungen können andere Kostenstrukturen bestehen. Ein Angebot kann beispielsweise ohne Kaution beworben werden, während die monatliche Miete höher liegt.

Deshalb sollte der Gesamtpreis über die gesamte geplante Mietdauer betrachtet werden.

Wo lassen sich Wohnungen ohne Kaution finden?

Bei der Wohnungssuche können verschiedene Suchbegriffe verwendet werden.

Geeignete Suchbegriffe sind beispielsweise:

  • Wohnungen ohne Kaution
  • Mietwohnungen ohne Kaution
  • Wohnung ohne Mietkaution
  • Mietwohnung kautionsfrei
  • Wohnung ohne Kautionszahlung
  • 1-Zimmer-Wohnung ohne Kaution
  • 2-Zimmer-Wohnung ohne Kaution
  • Wohnung privat ohne Kaution
  • günstige Wohnung ohne Kaution

Auf Immobilienportalen können zusätzlich Filter für Mietpreis, Wohnfläche, Zimmerzahl und Lage verwendet werden.

Auch lokale Wohnungsunternehmen, Wohnungsgenossenschaften und kommunale Anbieter können interessante Mietangebote haben.

Was sollte in einer Anzeige stehen?

Eine seriöse Wohnungsanzeige sollte grundlegende Informationen zur Immobilie enthalten.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Wohnfläche
  • Anzahl der Zimmer
  • Kaltmiete
  • Nebenkosten
  • Heizkosten
  • Gesamtmiete
  • Lage
  • Etage
  • Einzugsdatum
  • Ausstattung
  • Mietbedingungen
  • Angaben zur Kaution

Wenn eine Wohnung ausdrücklich als „ohne Kaution“ beworben wird, sollte diese Bedingung später auch im Mietvertrag nachvollziehbar sein.

Vorsicht bei ungewöhnlich günstigen Angeboten

Wohnungen ohne Kaution können attraktiv wirken. Gerade deshalb werden solche Begriffe auch bei gefälschten Immobilienanzeigen verwendet.

Die Verbraucherzentrale warnt vor Fake-Wohnungen im Internet. Besonders günstige Wohnungen, die zusätzlich mit attraktiver Ausstattung beworben werden, können ein Warnsignal sein.

Ein besonders wichtiges Warnzeichen ist die Forderung nach einer Vorauszahlung, bevor die Wohnung besichtigt oder ein regulärer Mietvertrag abgeschlossen wurde.

Eine angebliche Vermieterperson kann beispielsweise behaupten, sich im Ausland aufzuhalten und deshalb keine Besichtigung durchführen zu können. Anschließend wird möglicherweise eine Kaution oder Gebühr verlangt.

Solche Forderungen sollten sehr kritisch geprüft werden.

Keine Vorauszahlung vor einer Besichtigung

Bei der Wohnungssuche sollte grundsätzlich Vorsicht gelten, wenn Geld vor der Besichtigung verlangt wird.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt, bei Immobilienanzeigen nicht in Vorkasse zu gehen und keine Zahlung für eine Wohnung zu leisten, die noch nicht besichtigt wurde.

Besonders problematisch sind Forderungen wie:

  • Kaution vor der Besichtigung
  • Schlüsselgebühr
  • Reservierungsgebühr
  • angebliche Bearbeitungsgebühr
  • Zahlung über ungewöhnliche Zahlungsdienste
  • Überweisung ins Ausland
  • Zahlung für eine angebliche Wohnungsbesichtigung

Ein seriöses Mietangebot sollte nachvollziehbare Vertrags- und Kontaktinformationen enthalten.

Ist eine Wohnung ohne Kaution immer günstiger?

Nein.

Eine fehlende Kaution bedeutet zunächst lediglich, dass keine entsprechende Sicherheitsleistung hinterlegt werden muss.

Die monatliche Miete kann trotzdem höher sein als bei einer vergleichbaren Wohnung mit Kaution.

Deshalb sollten mehrere Kosten miteinander verglichen werden:

Monatliche Gesamtbelastung = Kaltmiete + Nebenkosten + Heizkosten + weitere regelmäßige Kosten

Ein Beispiel:

Wohnung A kostet 700 Euro kalt und verlangt 2.100 Euro Kaution.

Wohnung B kostet 800 Euro kalt und verlangt keine Kaution.

Bei einem kurzen Mietzeitraum kann Wohnung B wegen der geringeren Anfangskosten interessant sein. Bei einem langfristigen Mietverhältnis können die höheren monatlichen Kosten jedoch deutlich stärker ins Gewicht fallen.

Kaution oder höhere Miete?

Manche Angebote ohne Kaution können eine höhere monatliche Miete haben. Das ist nicht automatisch unzulässig, sollte aber wirtschaftlich betrachtet werden.

Ein Vergleich über die geplante Mietdauer kann helfen.

Bei einer Differenz von 100 Euro pro Monat entstehen über fünf Jahre beispielsweise 6.000 Euro zusätzliche Mietkosten.

Eine Kaution von 2.000 Euro ist dagegen grundsätzlich keine zusätzliche dauerhafte Mietzahlung. Bei ordnungsgemäßer Rückgabe der Wohnung kann sie nach Ende des Mietverhältnisses grundsätzlich zurückzuzahlen sein, soweit keine berechtigten Ansprüche entgegenstehen.

Können Sozialleistungen bei der Kaution helfen?

Für Haushalte, die bestimmte Sozialleistungen beziehen, können je nach Leistungssystem und persönlicher Situation besondere Regelungen gelten.

Beim Bürgergeld können Aufwendungen für eine Mietkaution unter bestimmten Voraussetzungen und nach vorheriger Zusicherung des zuständigen kommunalen Trägers als Bedarf anerkannt werden. Das Gesetz sieht eine Mietkaution grundsätzlich als Darlehen vor.

Deshalb sollte vor einem Umzug mit dem zuständigen Leistungsträger geklärt werden, ob eine Unterstützung für die Kaution oder andere Umzugskosten möglich ist.

Eine Wohnung ohne Kaution kann dennoch interessant sein, weil dadurch die Finanzierung der anfänglichen Sicherheitsleistung entfällt.

Welche Unterlagen werden bei einer Wohnungssuche benötigt?

Auch bei einer Wohnung ohne Kaution können Vermieter Unterlagen zur Prüfung des Mietverhältnisses verlangen.

Typische Unterlagen können sein:

  • Personalausweis
  • Einkommensnachweise
  • Arbeitsvertrag
  • Rentenbescheid
  • Leistungsbescheid
  • SCHUFA-Auskunft
  • Mietschuldenfreiheitsbescheinigung
  • Selbstauskunft
  • gegebenenfalls Bürgschaft

Welche Unterlagen erforderlich sind, hängt vom Vermieter und der jeweiligen Wohnung ab.

Bei Sozialleistungen können entsprechende Bescheide als Nachweis der finanziellen Situation dienen.

Wohnungen ohne Kaution und SCHUFA

Ein Angebot ohne Kaution bedeutet nicht automatisch, dass keine Bonitätsprüfung stattfindet.

Vermieter können weiterhin Informationen zur finanziellen Situation und Zahlungsfähigkeit verlangen, soweit dies rechtlich zulässig ist.

Eine schlechte SCHUFA kann die Wohnungssuche erschweren. Gleichzeitig sollte eine Anzeige mit dem Versprechen „ohne Kaution und ohne SCHUFA“ besonders sorgfältig geprüft werden.

Solche Versprechen können seriös sein, müssen es aber nicht.

Entscheidend sind der tatsächliche Vermieter, der Mietvertrag, die Wohnung und die Zahlungsbedingungen.

Worauf sollte beim Mietvertrag geachtet werden?

Vor der Unterschrift sollte der Mietvertrag vollständig gelesen werden.

Besonders wichtig sind:

  • Kaltmiete
  • Nebenkosten
  • Heizkosten
  • Mietbeginn
  • Mindestmietdauer
  • Kündigungsfristen
  • Staffelmiete
  • Indexmiete
  • Kaution
  • Renovierungspflichten
  • Haustiere
  • Untervermietung
  • Nebenvereinbarungen

Eine Wohnung sollte nicht nur anhand der monatlichen Kaltmiete beurteilt werden.

Die tatsächlichen Wohnkosten können erheblich höher sein, wenn Nebenkosten, Heizung, Strom und weitere regelmäßige Ausgaben hinzukommen.

Vorteile einer Wohnung ohne Kaution

Ein Mietangebot ohne Kaution kann mehrere Vorteile haben.

Weniger Geld zum Einzug

Der Betrag für eine Sicherheitsleistung entfällt.

Geringere finanzielle Belastung am Anfang

Das vorhandene Geld kann beispielsweise für Umzug, Möbel oder notwendige Haushaltsausstattung eingesetzt werden.

Keine Kautionsraten

Wenn keine Kaution verlangt wird, entfällt auch die Notwendigkeit, den Betrag in mehreren Teilzahlungen aufzubringen.

Einfachere Budgetplanung

Für Haushalte mit geringeren Rücklagen kann ein niedrigerer Betrag zum Einzug die finanzielle Planung erleichtern.

Mögliche Nachteile

Eine Wohnung ohne Kaution ist nicht automatisch die wirtschaftlich bessere Wahl.

Mögliche Nachteile können sein:

  • Höhere monatliche Miete
  • Weniger Auswahl an passenden Wohnungen
  • Strengere Anforderungen bei anderen Punkten
  • Höhere Nebenkosten
  • Kürzere Vertragslaufzeit
  • Andere Sicherheiten
  • Zusätzliche Vertragsbedingungen

Deshalb sollte immer das gesamte Mietangebot betrachtet werden.

Checkliste für die Wohnungssuche ohne Kaution

Vor einer Entscheidung kann folgende Checkliste hilfreich sein:

Wohnung

  • Ist die Adresse nachvollziehbar?
  • Wurde die Wohnung besichtigt?
  • Entspricht die Wohnung den Angaben in der Anzeige?

Kosten

  • Wie hoch ist die Kaltmiete?
  • Wie hoch sind die Nebenkosten?
  • Sind Heizkosten enthalten?
  • Gibt es weitere Gebühren?
  • Wird tatsächlich keine Kaution verlangt?

Vertrag

  • Liegt ein schriftlicher Mietvertrag vor?
  • Sind Mietbeginn und Kündigungsbedingungen klar?
  • Gibt es eine Mindestmietdauer?
  • Ist eine Staffelmiete oder Indexmiete vereinbart?

Vermieter

  • Ist die Identität des Vermieters nachvollziehbar?
  • Gibt es eine erreichbare Kontaktperson?
  • Wird eine Zahlung vor der Besichtigung verlangt?

Finanzen

  • Passt die Gesamtmiete zum monatlichen Budget?
  • Bleibt nach der Miete genügend Geld für Lebenshaltungskosten?
  • Sind Umzugskosten berücksichtigt?

Fazit

Wohnungen ohne Kaution können für Wohnungssuchende interessant sein, die beim Einzug nur über begrenzte finanzielle Rücklagen verfügen. Der Wegfall einer Mietkaution kann mehrere tausend Euro an anfänglicher Belastung vermeiden.

 

Allerdings sollte „ohne Kaution“ nicht automatisch mit „günstig“ gleichgesetzt werden. Eine höhere monatliche Miete, zusätzliche Nebenkosten oder andere Vertragsbedingungen können den finanziellen Vorteil verringern.